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Einbruchstatistik 2025/2026 — PKS-Zahlen, Aufklärungsquote, Versuchsanteil

Veröffentlicht am 16. Mai 2026 · Aktualisiert am 16. Mai 2026

Einbruchstatistik 2025/2026 — PKS-Zahlen, Aufklärungsquote, Versuchsanteil

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für 2025 liegt vor — und sie zeigt zwei Dinge gleichzeitig: Die Einbruchskriminalität in Deutschland steigt wieder leicht, und gleichzeitig scheitert fast die Hälfte aller Versuche. Diese Spannung ist die wichtigste Information für jede Sicherheits-Entscheidung 2026. In diesem Ratgeber finden Sie die verifizierten Zahlen, die Quellen — und die Behauptungen, denen Sie nicht trauen sollten.


Bundesweit 2025 auf einen Blick

Kennzahl 2025 2024 Trend
Wohnungseinbruchdiebstahl (inkl. Versuche) 82.920 Fälle 78.436 Fälle +5,7 %
Aufklärungsquote 14,1 % 15,3 % -1,2 Punkte
Anteil Versuche (gescheitert) 44,9 % 45,7 % leicht rückläufig
Vergleichswert vor Pandemie (2019) 87.145 Fälle aktueller Stand ~5 % darunter

Was die Zahlen sagen: Die Kriminalität nähert sich wieder dem Vor-Corona-Niveau, aber die Aufklärungsquote sinkt leicht. Wer einbruchsicher wohnen möchte, kann sich nicht auf die Polizei verlassen — sondern auf Prävention.

Quellen: BKA PKS 2024 und K-EINBRUCH PKS 2025 (Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes).


5-Jahres-Trend: Was hinter dem Anstieg steckt

Die deutsche Einbruchskriminalität durchlief seit 2019 vier Phasen:

  1. 2019 — Vor-Pandemie-Hoch: 87.145 erfasste Fälle, klassisches Niveau der 2010er Jahre.
  2. 2020-2021 — Pandemie-Tief: Lockdowns + Homeoffice senkten die Zahlen massiv. Bewohner waren tagsüber zu Hause, Reisetätigkeit der Tätergruppen eingeschränkt.
  3. 2022-2023 — Stabilisierung: Die Zahlen blieben unter dem Vor-Pandemie-Niveau (rund 65.000-77.000 Fälle), aber mit klar steigendem Trend.
  4. 2024-2025 — Recovery: +0,8 % von 2023 auf 2024, dann +5,7 % von 2024 auf 2025.

Die naheliegende Frage: Warum steigt es wieder? Drei Faktoren werden in den Lagebildern der Landeskriminalämter regelmäßig genannt:

  • Tagsüber wieder weniger zu Hause — Rückkehr zum Büro-Arbeitsalltag, weniger Anwesenheit als Abschreckung
  • Mobilität der Tätergruppen — Reisefreiheit innerhalb der Schengen-Zone wieder uneingeschränkt
  • Wirtschaftliche Lage — bei einigen Gruppentätigkeiten klassischer Druck-Faktor

Was die Zahlen nicht hergeben: Die Behauptung "in 2024 gingen die Einbrüche um 5 % zurück", die sich im Netz hartnäckig hält, ist falsch. Sie stammt aus einer Pressemitteilung zur Gesamtkriminalität, die alle Diebstahlsdelikte zusammenfasst — nicht die Teilmenge Wohnungseinbruch.


Die wichtigste Zahl: 44,9 % aller Einbrüche bleiben Versuche

Wenn Sie nur eine Zahl aus diesem Artikel mitnehmen, dann diese: Fast jeder zweite Wohnungseinbruchsversuch scheitert. Im Jahr 2025 endeten 44,9 % aller Fälle als Versuch — also rund 37.230 Mal pro Jahr, bei denen der Täter aufgab, bevor er erfolgreich war.

Diese Quote ist seit Jahren stabil bei 43-46 % und sagt unmissverständlich: Mechanische Sicherung wirkt. Die meisten Täter sind keine Profis, sie geben auf, wenn ein Fenster oder eine Tür länger als 3-5 Minuten Widerstand leistet.

Was Sie häufig lesen, aber nicht stimmt

Im Marketing vieler Sicherheitsfirmen kursiert die Aussage "80 % aller Einbrecher lassen ab, wenn sie eine sichtbare Alarmanlage sehen". Diese Zahl ist nicht aus der PKS oder einer offiziellen Polizei-Studie ableitbar. Sie geht teilweise auf eine vielzitierte Kölner Studie zurück, deren Methodik kontrovers diskutiert wird, und teilweise schlicht auf Marketing.

Die belastbare Aussage lautet: "44,9 % aller Einbruchsversuche scheitern an mechanischer Sicherung, Aufmerksamkeit und Tatumständen" (PKS 2025).

Was Sicherung tatsächlich leistet

Die Empfehlung der Polizei seit Jahren unverändert:

  1. Mechanische Grundsicherung zuerst — Pilzkopfverriegelung, abschließbare Fenstergriffe, Panzerriegel an Türen. Diese sind der Hauptgrund für die hohe Versuchs-Quote.
  2. Elektronische Ergänzung — Alarmanlagen wirken durch die Kombination "Lärm + benachrichtigter Wachdienst + Polizei-Anbindung". Sie ersetzen keine Mechanik, sie ergänzen sie.
  3. Verhalten — Anwesenheits-Simulation, aufmerksame Nachbarn, keine Demonstration von Abwesenheit über Social Media.

Details zur Mechanik: Alarmanlage Altbau nachrüsten 2026 — Pilzkopf, Panzerriegel, Funk-System.


Tatzeiten und Tatmuster

Aus den Lagebildern der Landeskriminalämter ergeben sich klare Muster:

Tageswohnungseinbruch wächst weiter

Im Jahr 2024 waren 37,5 % aller Wohnungseinbrüche Tageswohnungseinbrüche — 28.510 Fälle. Das ist eine bemerkenswerte Verschiebung: Vor 20 Jahren dominierten Nacht- und Dämmerungs-Einbrüche. Heute schlagen Täter bevorzugt zwischen 10 und 16 Uhr zu, wenn die meisten Bewohner bei der Arbeit sind und Häuser leerstehen.

Saisonalität: Dunkle Monate bleiben Spitze

Die Wintermonate Oktober bis Januar verzeichnen seit Jahren die höchste Fallzahl. Gründe: Frühe Dämmerung erleichtert das unauffällige Beobachten von Objekten, leere Häuser über die Weihnachts- und Neujahrs-Reisetage, lange Nächte.

Einstiegswege

Polizei-Lagebilder nennen seit Jahren konsistent die gleichen Hauptpfade:

  • Fenster und Terrassentüren im Erdgeschoss — der häufigste Einstieg
  • Wohnungs- und Haustüren — mit weichem Schließblech oder ohne Mehrfachverriegelung
  • Keller- und Souterrain-Fenster — in vielen Reihen- und Einfamilienhäusern unterschätzt
  • Balkon- und Loggia-Türen in oberen Etagen — meist über Steighilfen, seltener als angenommen

Konkrete Empfehlungen liefert die kostenlose Beratung der Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen, erreichbar über k-einbruch.de.


Wie hoch ist das Risiko in Ihrer Stadt?

Die bundesweite Zahl von 82.920 Fällen verteilt sich sehr ungleich. Aussagekräftig ist die Häufigkeitszahl (Fälle pro 100.000 Einwohner), weil sie das Risiko unabhängig von der Stadtgröße abbildet.

In unserem Verzeichnis finden Sie für 30 deutsche Großstädte die jeweilige PKS-Zahl 2024 als eigene Stadt-Seite mit lokalen Daten, Aufklärungsquote und Schwerpunkten:

Klare Spreizung zwischen Stadt-Risiken

Die Häufigkeitszahlen 2024 reichen von rund 80 Fällen pro 100.000 Einwohner (z. B. Kiel, Bielefeld) bis zu über 400 Fällen in einzelnen Ruhrgebiets-Großstädten. Innerhalb einer Stadt schwankt das Risiko zusätzlich nach Stadtteil sehr stark.

Was das praktisch bedeutet: Wer in einer Niedrig-Risiko-Stadt wohnt, kommt mit Grundsicherung + Funk-Alarm oft sehr weit. In Hoch-Risiko-Vierteln lohnt sich die VdS-Klasse-A- oder -B-Anlage mit Wachdienst-Aufschaltung — die Versicherungsrabatte kompensieren einen relevanten Teil der Mehrkosten.

Eine grobe Orientierung zu den Kosten gibt unser Kostenrechner, in dem Sie Ihre Wohnsituation eintragen und eine Preisspanne nach Stadt-Risikolage erhalten.


Aufklärungsquote 14,1 %: Was das praktisch heißt

Die Aufklärungsquote (AQ) misst, wie viele angezeigte Fälle die Polizei einem Tatverdächtigen zuordnen kann. Sie ist kein Maß dafür, wie viele Verurteilungen folgen — Tatverdacht und rechtskräftige Verurteilung sind zwei verschiedene Dinge.

Eine AQ von 14,1 % bedeutet konkret: Etwa 85 von 100 angezeigten Einbrüchen bleiben ohne ermittelten Täter. Das ist nicht Ausdruck schlechter Polizeiarbeit, sondern strukturell:

  • Wenig Spuren — Wohnungseinbruch ist meist ein Drei-Minuten-Delikt, die Spurenlage am Tatort ist dünn
  • Mobile Tätergruppen — viele Fälle werden von durchreisenden Gruppen verübt, ein Wiedererkennen bei späteren Taten ist schwer
  • Internationale Verflechtungen — speziell in Grenznähe und Großstädten

Regional gibt es starke Schwankungen. In Bonn lag die Aufklärungsquote 2024 bei rund 56 % — dem dreifachen des Bundesschnitts. Im Ruhrgebiet liegen mehrere Großstädte deutlich unter 15 %.

Für die individuelle Schutz-Entscheidung heißt das: Prävention zählt mehr als Hoffnung auf nachträgliche Aufklärung. Wer auf Versicherung + Polizei-Ermittlung allein vertraut, übersieht, dass auch ein aufgeklärter Fall den eigenen Schaden, die Verletzung der Privatsphäre und psychische Belastung nicht ungeschehen macht.


Wie viele Menschen die Statistik beunruhigt

Die SKiD-Studie 2024 ("Sicherheit und Kriminalität in Deutschland" — Bundesweite Bürgerbefragung) zeigt: 28,6 % der Bevölkerung fühlen sich "ziemlich oder sehr beunruhigt" wegen der Möglichkeit eines Wohnungseinbruchs. Das ist ein leichter Anstieg gegenüber 27,1 % in der 2020er Erhebung.

Mit anderen Worten: Mehr als jeder vierte Erwachsene in Deutschland trägt die Sorge mit sich, eines Tages selbst betroffen zu sein. Das ist ein bemerkenswerter Wert für ein Land mit objektiv eher moderater Einbruchskriminalität (im internationalen Vergleich) — und ein Hinweis darauf, wie stark das Sicherheitsgefühl psychologisch wirkt, jenseits nüchterner Statistik.


Was die Zahlen für Ihre Schutz-Entscheidung bedeuten

Aus dem Gesamtbild lassen sich vier klare Aussagen ableiten:

  1. Die Einbruchskriminalität steigt wieder. Wer in den letzten Jahren auf "die Pandemie hat es eh runtergebracht" gehofft hat, sollte umdenken — der Trend ist 2024 und 2025 klar nach oben.
  2. Mechanik wirkt — fast jeder zweite Einbruch scheitert daran. Die Investition in Pilzkopf, abschließbare Griffe und Panzerriegel ist der Hauptgrund, warum die Versuchs-Quote so stabil bei 45 % liegt.
  3. Die Polizei klärt nur ~14 % der Fälle auf. Das macht Prävention zur einzig zuverlässigen Strategie, nicht zur "optionalen Ergänzung".
  4. Stadt-Risiken sind sehr unterschiedlich. Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht — die richtige Schutz-Klasse hängt von Ihrer Wohnlage, Bauweise und Versicherungs-Auflagen ab.

In unserem Verzeichnis finden Sie:


Quellen und weiterführende offizielle Statistiken

Datenstand: PKS 2024 (BKA, veröffentlicht April 2025) und PKS 2025 (Auswertung K-EINBRUCH, Mai 2026). Aufklärungsquoten und Häufigkeitszahlen folgen offizieller Polizei-Methodik. Stadt-spezifische Zahlen aus Landes-Kriminalstatistiken der jeweiligen LKAs sowie Polizeipräsidien.

FAQ

Häufige Fragen

Wie viele Wohnungseinbrüche gab es 2025 in Deutschland?

Die K-EINBRUCH-Kampagne der Polizeilichen Kriminalprävention von Bund und Ländern weist für 2025 insgesamt 82.920 Fälle Wohnungseinbruchdiebstahl einschließlich Versuche aus. Das ist ein Anstieg um 5,7 Prozent gegenüber 2024 (78.436 Fälle), bleibt aber unter dem Vor-Pandemie-Niveau von 2019 (87.145 Fälle).

Wie hoch ist die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbruch 2025?

Die bundesweite Aufklärungsquote für Wohnungseinbruchdiebstahl lag 2025 bei 14,1 Prozent — ein Rückgang gegenüber 15,3 Prozent in 2024. Das bedeutet: Rund 85 von 100 angezeigten Einbrüchen bleiben ohne ermittelten Täter. Regional gibt es starke Unterschiede — Bonn lag 2024 zum Beispiel bei rund 56 Prozent, während viele Ruhrgebiets-Großstädte unter 15 Prozent bleiben.

Wie viele Einbrüche scheitern?

44,9 Prozent aller Wohnungseinbrüche in Deutschland 2025 endeten als Versuch — das sind rund 37.230 Fälle, bei denen der Täter aufgab. Diese Quote ist seit Jahren stabil bei 43-46 Prozent und der wichtigste Hinweis darauf, dass mechanische Sicherung wirkt. Die in Werbung verbreitete Zahl "80 Prozent aller Einbrecher lassen ab" ist nicht aus der PKS oder offiziellen Polizei-Quellen belegbar.

Wann wird am häufigsten eingebrochen?

Tageswohnungseinbruch zwischen 10 und 16 Uhr ist der häufigste Tatzeitraum — 37,5 Prozent aller Wohnungseinbrüche 2024 (28.510 Fälle) waren Tageseinbrüche. Saisonal dominieren die Monate Oktober bis Januar wegen früher Dämmerung und langer Nächte. Die in den 2000er Jahren noch dominierenden Nacht- und Dämmerungs-Einbrüche sind seit Jahren rückläufig.

Steigen die Einbruchszahlen 2026 wieder?

Auf Basis der PKS-Daten 2024 (+0,8 Prozent) und 2025 (+5,7 Prozent) zeichnet sich seit dem Pandemie-Tief ein klarer Aufwärts-Trend ab. Eine Prognose für 2026 ist noch nicht verfügbar — die Jahres-PKS erscheint typischerweise im April des Folgejahres. Faktoren, die den Anstieg treiben: Rückkehr zum Büro-Arbeitsalltag, uneingeschränkte Mobilität von Tätergruppen, wirtschaftlicher Druck.

Welche deutschen Städte haben die höchsten Einbruchszahlen?

Aussagekräftig ist die Häufigkeitszahl (Fälle pro 100.000 Einwohner). 2024 reichte die Spreizung zwischen den 30 deutschen Großstädten von rund 80 Fällen pro 100.000 Einwohner in den sichersten Städten (z. B. Kiel, Bielefeld) bis über 400 Fälle in einzelnen Ruhrgebiets-Städten (Gelsenkirchen, Duisburg). Detaillierte Daten je Stadt finden Sie auf den Stadt-Seiten dieses Verzeichnisses.

Wo finde ich die offiziellen PKS-Zahlen?

Die offizielle Polizeiliche Kriminalstatistik wird vom Bundeskriminalamt (BKA) jährlich im Frühjahr veröffentlicht — abrufbar unter bka.de. Die zwischenzeitlichen Auswertungen und Pressetermine zur Einbruchskriminalität laufen über die K-EINBRUCH-Kampagne der Polizeilichen Kriminalprävention von Bund und Ländern (k-einbruch.de). Für regionale Details geben die Landeskriminalämter und Polizeipräsidien eigene Jahresbilanzen heraus.

Schützt eine Alarmanlage wirklich vor Einbruch?

Belastbar nachweisen lässt sich, dass 44,9 Prozent aller Einbruchsversuche scheitern — also fast die Hälfte. Der entscheidende Faktor dabei ist mechanische Sicherung (Pilzkopfverriegelung, abschließbare Fenstergriffe, Panzerriegel), nicht primär die Alarmanlage. Eine sichtbare Alarmanlage wirkt zusätzlich abschreckend, ersetzt aber keine Mechanik. Die in Werbung gerne zitierte "80 Prozent"-Zahl für Alarmanlagen-Wirkung ist nicht aus der PKS oder aus offiziellen Polizei-Studien belegbar.

Wie viele Menschen in Deutschland fürchten einen Einbruch?

Die SKiD-Studie 2024 ("Sicherheit und Kriminalität in Deutschland", bundesweite Bürgerbefragung) zeigt: 28,6 Prozent der Bevölkerung fühlen sich "ziemlich oder sehr beunruhigt" wegen der Möglichkeit eines Wohnungseinbruchs. Das ist ein leichter Anstieg gegenüber 27,1 Prozent in der Erhebung 2020 — und ein Hinweis darauf, dass das Sicherheitsgefühl mit den steigenden Fallzahlen mitgeht.