Zum Inhalt springen

KfW-Förderung Einbruchschutz 2026 - Kredit 159 + § 35a EStG erklärt

KfW-Förderung Einbruchschutz 2026 - Kredit 159 + § 35a EStG erklärt

Kurz gesagt: Wird eine Alarmanlage von der KfW gefördert?

Ja, indirekt. Eine Alarmanlage als Einbruchschutz lässt sich 2026 laut alarmanlagen24.net über drei verlässliche Pfade fördern: den KfW-Kredit 159 (zinsgünstiges Darlehen bis 50.000 € pro Wohneinheit, kein Zuschuss), die Steuerermäßigung nach § 35a EStG (20 % der Handwerker-Arbeitskosten, maximal 1.200 € pro Jahr und Haushalt) und - für Mieter - den Anspruch nach § 554 BGB auf bauliche Einbruchschutz-Maßnahmen. Den früheren KfW-Zuschuss 455-E gibt es seit Oktober 2022 nicht mehr.

  • KfW 159: Kredit bis 50.000 €, für Eigentümer, Vermieter und Mieter (mit schriftlicher Vermieter-Zustimmung), Antrag zwingend vor Maßnahmenbeginn über die Hausbank.
  • § 35a EStG: 20 % der Arbeitskosten, maximal 1.200 € pro Jahr, nur Lohn-, Fahrt- und Maschinenkosten (kein Material), Überweisung statt Barzahlung.
  • Entweder-oder pro Maßnahme: KfW 159 ODER § 35a für dieselbe Installation, nicht beides.
  • Nicht mehr aktuell: 455-E eingestellt (Oktober 2022); 455-B fördert nur Barrierereduzierung; § 35c gilt nur für energetische Sanierung.

Die Förderlandschaft für Einbruchschutz hat sich 2022 fundamental verändert - und der Stand 2026 wird in vielen Online-Quellen immer noch falsch wiedergegeben. Wer heute eine Alarmanlage oder mechanische Sicherung finanzieren will, hat genau drei verlässliche Pfade: den KfW-Kredit 159, die steuerliche Förderung nach § 35a EStG und - für Mieter - den Anspruch nach § 554 BGB. Was es nicht mehr gibt, was nie existiert hat und was sich seit Hörensagen-Artikeln im Netz hält, klärt dieser Ratgeber mit Originalquellen.


Die drei häufigsten Falschinformationen

Bevor wir zu den aktiven Programmen kommen - diese drei Aussagen werden 2026 immer noch verbreitet, sind aber nicht korrekt:

Behauptung Realität
"KfW-455-E Einbruchschutz-Zuschuss bis 1.600 €" Programm wurde im Oktober 2022 eingestellt, die Bundesmittel sind nicht reaktiviert worden.
"KfW-455-B Zuschuss für Einbruchschutz" Falsche Programm-Verwechslung. 455-B ist Barrierereduzierung, nicht Einbruchschutz.
"§ 35c EStG fördert Einbruchschutz mit 20 %" Falscher Paragraph. § 35c gilt nur für energetische Sanierung. Für Handwerker bei Alarmanlagen greift § 35a Abs. 3 EStG.

Wer heute Förderoptionen prüft, sollte diese drei Mythen explizit ausschließen. Den verifizierten Stand der Programme finden Sie nachfolgend.


KfW-Kredit 159 "Altersgerecht Umbauen" - der aktive Pfad

Das einzige bundesweite KfW-Programm, das in 2026 Einbruchschutz für Privatpersonen direkt fördert, ist Programm 159.

Kondition Wert
Förderart Kredit (kein Zuschuss)
Max. Kreditsumme 50.000 € pro Wohneinheit - gesamt für ALLE Maßnahmen
Wichtiger Hinweis zum Limit Barrierereduzierung und Einbruchschutz teilen sich diese 50.000 €. Wer beides macht, hat nicht 2× 50.000 € zur Verfügung.
Zinssatz marktabhängig, aktueller Stand bei KfW
Laufzeit 4 – 30 Jahre, flexible Tilgungsfreijahre
Antragsberechtigt Eigentümer (selbstnutzend und vermietet), WEGs, Wohnungsbaugesellschaften, kommunale Unternehmen - und Mieter mit schriftlicher Vermieter-Zustimmung
Antragsweg über Finanzierungspartner (Hausbank, Sparkasse) - nicht direkt bei KfW
Antrag VOR Maßnahme? Ja, zwingend. Nachträgliche Anträge werden nicht bewilligt.

Was förderfähig ist

Laut KfW-Merkblatt 159 (Stand 10/2023) fallen unter die Einbruchschutz-Maßnahmen:

  • Einbruchhemmende Haus-, Wohnungs- und Nebeneingangstüren (RC2 oder besser)
  • Nachrüstsysteme für vorhandene Türen - Zusatzschlösser, Querriegel, Panzerriegel
  • Einbruchhemmende Fenster und Fenstertüren (RC2 oder besser)
  • Nachrüstsysteme für Fenster - Pilzkopfzapfen, Aufschraubsicherungen
  • Einbruchhemmende Gitter, Rollläden, Klappläden, Lichtschachtabdeckungen
  • Einbruch- und Überfallmeldeanlagen inkl. Sensoren - Bewegungsmelder, Tür- und Fensterkontakte, Glasbruchmelder
  • Smart-Home-Lösungen mit Einbruchalarm-Funktion - Vernetzung von Sensoren, zentraler Steuerung, Alarmierung
  • Videoüberwachung im Gebäudeaußenbereich

Was NICHT förderfähig ist

  • Alarmsysteme mit Infraschall-Erkennung (Druckwellen-Sensoren). Wichtig - Verwechslungs-Falle: Infrarot-Bewegungsmelder und Lichtschranken sind ausdrücklich förderfähig. Nicht förderfähig ist nur Infraschall (Pressure-wave-Erkennung).
  • Eigenleistung und DIY-Installation - Fachbetriebs-Einbau ist Pflicht
  • Material ohne Einbau (reiner Geräteverkauf zählt nicht)
  • Reine Bewegungsleuchten ohne Anbindung an Meldeanlage

Quellen: KfW Produktseite 159 und KfW Merkblatt 159 PDF (Stand 10/2023).


Was es nicht mehr gibt: KfW 455-E

Das Programm 455-E "Einbruchschutz - Investitionszuschuss" war von 2017 bis 2022 die zentrale Direkt-Förderung. Es wurde im Oktober 2022 eingestellt, die Bundesmittel sind seither nicht wieder bereitgestellt worden. In 2026 gibt es keinen bundesweiten Direkt-Zuschuss für Alarmanlagen oder mechanische Sicherungen.

Wer in älteren Artikeln liest "455-E mit 20 % bis 1.500/1.600 € Zuschuss" - das war der historische Stand bis Oktober 2022. Es gibt aktuell keine Signale, dass das Programm reaktiviert wird.

Häufige Verwechslung: 455-B ist nicht 455-E

KfW 455-B "Altersgerecht Umbauen - Investitionszuschuss" existiert weiterhin als Zuschuss-Programm. Es fördert aber ausschließlich Barrierereduzierung (Bad, Stufen, Türverbreiterung, Schwellen-Abbau) - nicht Einbruchschutz. Wer eine Sicherheits-Maßnahme über 455-B beantragen will, bekommt eine Ablehnung.

Wer gleichzeitig umbaut (Bad barrierefrei + Tür-Sicherung), kann die jeweils richtige Spur wählen: Barriere über 455-B (Zuschuss), Sicherheit über 159 (Kredit). Beide werden aber gegen das gemeinsame 50.000-€-Limit von 159 angerechnet, wenn 159 auch genutzt wird.


§ 35a EStG - die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen

Parallel zum KfW-Kredit gibt es eine steuerliche Förderung über die Einkommensteuererklärung. Das ist die Stelle, die in vielen Online-Ratgebern fehlt, obwohl sie für viele Haushalte der praktisch relevantere Pfad ist.

Kondition Wert
Steuerermäßigung 20 % der Arbeitskosten
Maximalbetrag 1.200 € Steuerermäßigung pro Jahr und pro Haushalt
Max. förderfähige Aufwendungen implizit 6.000 €/Jahr/Haushalt (20 % davon = 1.200 €)
Was zählt Arbeits-, Fahrt-, Maschinen- und Verbrauchsmittelkosten auf der Rechnung
Was NICHT zählt Material, Geräte und Bauteile sind ausgeschlossen
Voraussetzung Ordnungsgemäße Rechnung und Überweisung - Barzahlung schließt den Abzug aus
Wohnortbedingung Haushalt innerhalb EU/EWR

Rechenbeispiel (Variante: ohne KfW-Finanzierung)

Eine Alarmanlagen-Installation, die nicht über KfW 159 finanziert wird, kostet 5.000 € - davon 3.000 € Material (Sensoren, Zentrale, Außensirene) und 2.000 € Montage und Inbetriebnahme durch den Fachbetrieb.

  • § 35a greift auf die 2.000 € Arbeitskosten
  • 20 % davon = 400 € Steuerersparnis

Diese 400 € senken die Einkommensteuer direkt - keine Verrechnung mit Werbungskosten, keine Anrechnung auf andere Pauschalen.

Wichtig: Sobald dieselbe Installation über KfW 159 finanziert wird, ist § 35a für die gesamte Maßnahme ausgeschlossen - auch für einen Eigenmittel-Anteil derselben Rechnung. Details in der Sektion "Kombination KfW 159 + § 35a" weiter unten.

Wichtige Grenze: das 1.200-€-Limit pro Haushalt

§ 35a deckelt die jährliche Ermäßigung bei 1.200 € pro Haushalt, nicht pro Person. Bei größeren Maßnahmen (Beispiel: 8.000 € Arbeitskosten ergäben rechnerisch 1.600 € Ermäßigung) wird das Limit überschritten - der Überschuss ist verloren und kann nicht ins Folgejahr übertragen werden.

Praxis-Empfehlung bei großen Projekten: Aufteilung über zwei Steuerjahre prüfen (z. B. Montage Dezember/Januar), falls der Fachbetrieb das organisatorisch zulässt.

Verwaltungspraxis statt Gesetzestext

§ 35a EStG nennt Alarmanlagen nicht explizit im Wortlaut - die Anwendbarkeit beruht auf Rechtsprechung und Verwaltungspraxis, die Modernisierungs- und Erhaltungsmaßnahmen erfasst. In der Regel wird der Abzug von Finanzämtern anerkannt. Eine 100-%-Garantie für jeden Einzelfall lässt sich daraus nicht ableiten - bei sehr großen Investitionen lohnt eine vorherige Kurzanfrage beim Finanzamt oder Steuerberater.

Quelle: § 35a EStG bei gesetze-im-internet.de.


Warum § 35c nicht greift

§ 35c EStG wird in Förder-Übersichten häufig genannt - gilt aber ausschließlich für energetische Sanierung: Wärmedämmung, Heizungs-Erneuerung, Lüftungsanlagen, Erneuerung von Fenstern unter ESanMV-konformen U-Wert-Vorgaben. Einbruchschutz fällt nicht darunter.

Der einzige Edge-Case: Wenn alte Fenster gegen neue RC2-Fenster ersetzt werden, die zusätzlich ESanMV-konforme U-Wert-Anforderungen erfüllen, kann § 35c für die energetische Eigenschaft greifen. Aber das ist eine seltene Konfiguration und nie der primäre Förderweg für Einbruchschutz. In der Steuererklärung muss dann sauber zwischen "energetisch" (§ 35c) und "Handwerker" (§ 35a) getrennt werden.

Quelle: § 35c EStG bei gesetze-im-internet.de.


Kombination KfW 159 + § 35a - Entweder-oder pro Maßnahme

Eine häufige Frage: Schließen sich KfW und Steuer-Förderung gegenseitig aus? Für dieselbe Maßnahme: ja. Das ist die Stelle, an der die meisten Online-Ratgeber falsch liegen - auch in zwei verbreiteten Varianten.

§ 35a Abs. 3 Satz 2 EStG schließt die Steuerermäßigung explizit aus:

"Dies gilt nicht für öffentlich geförderte Maßnahmen, für die zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse in Anspruch genommen werden."

Der KfW-Kredit 159 ist ein zinsverbilligtes Darlehen im Sinne dieser Vorschrift. Entscheidend: Die Restriktion stellt im Wortlaut auf "öffentlich geförderte Maßnahmen" ab - nicht auf einzelne Aufwendungen oder Euro. Die ständige Verwaltungspraxis der Finanzämter (BMF-Schreiben zu Handwerkerleistungen) behandelt entsprechend sämtliche Aufwendungen einer KfW-geförderten Maßnahme als § 35a-ausgeschlossen - auch wenn ein Teilbetrag aus Eigenmitteln stammt.

Praktische Konsequenz:

  • Wer für die Alarmanlagen-Installation KfW 159 in Anspruch nimmt, kann § 35a für diese Installation gar nicht anwenden - auch nicht auf einen aus Eigenmitteln gezahlten Restbetrag derselben Rechnung. Eine Aufteilung in "KfW-Teilbetrag" und "Eigenmittel-Teilbetrag" derselben Maßnahme wird vom Finanzamt regelmäßig zurückgewiesen.
  • Die Entscheidung ist also ein Entweder-oder pro Maßnahme: KfW-Kredit ODER § 35a-Steuerermäßigung, je nachdem, was im Einzelfall mehr Vorteil bringt.
  • Ausnahme - separate Maßnahmen bleiben unabhängig § 35a-fähig: Ein späterer Wartungsvertrag, eine Erweiterung im Folgejahr, eine Reparatur oder ein separat beauftragter Mechanik-Einbau zählen als jeweils eigene Maßnahmen. Wenn diese nicht aus KfW-Mitteln finanziert werden, kann § 35a in vollem Umfang darauf angewendet werden - pro Jahr und Haushalt bis zur Höchstgrenze von 1.200 € Steuerermäßigung. § 35a bleibt also auch bei KfW-finanzierter Erstinstallation eine wiederkehrend nutzbare Option für laufende Folgekosten.

Welche Variante ist wirtschaftlicher? Eine pauschale Antwort ist seriös nicht möglich - die Entscheidung hängt vom tagesaktuellen KfW-Zinssatz gegenüber dem Marktzins ab, von der gewählten Kredit-Laufzeit, von Ihrem persönlichen Steuersatz und vom Liquiditätsbedarf. Statt einer "KfW ist ab X Euro meist besser"-Faustregel hier konkrete Entscheidungs-Kriterien:

  • § 35a ist der pragmatische Pfad, wenn Sie keine Kreditaufnahme möchten und/oder die Arbeitskosten unter ca. 6.000 € bleiben - über dieser Schwelle verfällt der Überschuss über die jährliche 1.200-€-Höchstgrenze.
  • KfW 159 ist sinnvoll, wenn die Investition Ihre Eigenmittel übersteigt UND der KfW-Zinssatz am Antragstag tatsächlich besser ist als Marktzinsen für vergleichbare Anschaffungskredite (vor jedem Antrag auf kfw.de prüfen).
  • Für eine belastbare Wirtschaftlichkeits-Rechnung Steuerberater oder Hausbank um eine Tageszins-Kalkulation bitten - die hier möglichen Pauschalaussagen ersetzen das nicht.

⚠ Zwei verbreitete Falschinformationen, die Sie online finden:

  1. "KfW und § 35a sind frei kombinierbar - das Doppelförderverbot greift nur bei Zuschuss-plus-Zuschuss." - falsch, § 35a Abs. 3 Satz 2 nennt zinsverbilligte Darlehen ausdrücklich.
  2. "Wer KfW 159 nimmt, kann den nicht-KfW-finanzierten Eigenmittel-Anteil derselben Rechnung trotzdem über § 35a absetzen." - falsch, die Restriktion gilt auf Maßnahme-Ebene, nicht pro Euro. Eine Aufteilung in der Steuererklärung wird nicht anerkannt.

Korrekt ist: Entweder-oder pro Maßnahme. § 35a bleibt aber für separate Folgemaßnahmen (Wartung, Erweiterung, Reparatur) jedes Jahr neu nutzbar.


Mieter-Pfad: § 554 BGB plus KfW 159

Mieter sind beim Einbruchschutz nicht ausgeschlossen - sie haben sogar einen gesetzlichen Anspruch, der seit dem 1. Dezember 2020 im BGB steht (eingeführt durch das Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz, WEMoG).

Was § 554 BGB sagt

Aus dem Originaltext (Abs. 1):

"Der Mieter kann verlangen, dass ihm der Vermieter bauliche Veränderungen der Mietsache erlaubt, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen, dem Laden elektrisch betriebener Fahrzeuge, dem Einbruchsschutz oder der Stromerzeugung durch Steckersolargeräte dienen. Der Anspruch besteht nicht, wenn die bauliche Veränderung dem Vermieter auch unter Würdigung der Interessen des Mieters nicht zugemutet werden kann. Der Mieter kann sich im Zusammenhang mit der baulichen Veränderung zur Leistung einer besonderen Sicherheit verpflichten; § 551 Absatz 3 gilt entsprechend."

Drei Punkte sind dabei wichtig - speziell weil im Netz häufig falsche Formulierungen kursieren:

  1. Das Reform-Datum ist Dezember 2020 (WEMoG), nicht 2024. "Seit der Mietrechts-Reform 2024" ist eine verbreitete Falschdatierung.
  2. Die Ablehnungs-Schranke heißt "Unzumutbarkeit" im Originaltext - also "nicht zugemutet werden kann". Die in vielen Ratgebern verwendete Formulierung "unverhältnismäßige Härte" stammt aus einer anderen mietrechtlichen Norm und ist hier juristisch ungenau.
  3. Die Klausel ist mietvertraglich nicht abdingbar (Abs. 2). Ein Mietvertrag, der dem Mieter das Recht nimmt, ist insoweit unwirksam.

Quelle: § 554 BGB bei gesetze-im-internet.de.

Wie Mieter KfW 159 beantragen

Der KfW-Kredit 159 ist ausdrücklich auch für Mieter geöffnet - die Voraussetzung ist schriftliche Vermieter-Zustimmung zur baulichen Maßnahme. Praktisch heißt das:

  1. § 554-BGB-Erlaubnis beim Vermieter schriftlich anfragen
  2. Bei Zustimmung: Fachbetrieb-Angebot einholen
  3. Vor Auftragsvergabe Kredit 159 über die Hausbank beantragen
  4. Bei Bewilligung Auftrag erteilen, Maßnahme durchführen - die Steuerermäßigung nach § 35a EStG ist für diese KfW-finanzierte Installation ausgeschlossen (siehe Sektion "Kombination KfW 159 + § 35a")

Wenn statt KfW die Eigenfinanzierung gewählt wird, ist § 35a für die Arbeitskosten der Installation der relevante Pfad - die Wahl zwischen KfW und § 35a fällt also schon vor Schritt 3.

Für rückstandsfrei entfernbare Maßnahmen - etwa Funk-Alarmanlagen mit Plug-and-Play-Sensoren oder Klebepad-Befestigung - ist nach herrschender Meinung gar keine bauliche Veränderung im Sinne von § 554 BGB gegeben. Eine Vermieter-Information reicht hier, ein Erlaubnis-Anspruch ist nicht nötig. Details und Produkt-Empfehlungen für diesen Weg im Ratgeber Alarmanlage in der Mietwohnung - was ist erlaubt? und Alarmanlage Mietwohnung ohne bohren.


Bundesland-Programme - Live-Check empfohlen

Viele "Landes-Förderungen für Einbruchschutz" sind in der Realität KfW-159-Durchleitungen über die jeweilige Landesförderbank - also derselbe Kredit, nur über eine andere Antragsstelle. Echte zusätzliche Landeszuschüsse für Einbruchschutz sind 2026 die Ausnahme.

Bundesland Landesbank Wo prüfen
Hamburg IFB ifbhh.de
Berlin IBB ibb.de/de/foerderungen
Hessen WIBank wibank.de
Nordrhein-Westfalen NRW.Bank nrwbank.de
Baden-Württemberg L-Bank l-bank.de
Bayern BayernLabo bayernlabo.de

Empfehlung: Vor dem Hausbank-Termin die Landesförderbank-Seite öffnen und prüfen, ob über die KfW-Durchleitung hinaus ergänzende Programme bestehen. Konkrete Förderhöhen ändern sich regelmäßig - Aussagen wie "IBB Berlin gibt 50.000 € extra für Einbruchschutz" oder "IFB Hamburg zahlt 5.000 € Zuschuss" entstammen häufig veralteten oder verwechselten Programm-Beschreibungen.

Eine bundesweite Aggregator-Übersicht mit Stand-Datum führt co2online.de Einbruchschutz-Förderung - auch dort sind die Landesbank-Originalseiten die Primärquelle, nicht der Aggregator.


Versicherungsrabatt als indirekte Förderung

Wer eine VdS-anerkannte Alarmanlage (Klasse A, B oder C) mit Wartung und gegebenenfalls Wachdienst-Aufschaltung installiert, kann bei vielen Hausratversicherern einen Beitragsrabatt verhandeln.

Belastbar ist die Spanne 5–15 % Rabatt bei VdS-Zertifizierung, abhängig von Versicherer, Tarif und VdS-Klasse. Wer im Netz Werte wie "20 % bis 25 % Rabatt" liest, sollte das nur mit Versicherer-Name und Tarif zitiert akzeptieren - pauschal sind solche Aussagen meist nicht reproduzierbar.

Typische Voraussetzungen für den Rabatt:

  • VdS-Klasse A oder B (manche Versicherer akzeptieren EN-Grad 2 als Äquivalent)
  • jährliche Wartung durch zertifizierten Fachbetrieb mit Nachweis
  • bei Klasse B: in der Regel Wachdienst-Aufschaltung an NSL

Über die Laufzeit einer Alarmanlage (10 – 15 Jahre) summiert sich ein Rabatt von 50–150 €/Jahr auf eine vierstellige Summe - relevanter Faktor in der Wirtschaftlichkeits-Rechnung. Vor dem Anlagenkauf beim eigenen Versicherer den genauen Tarif-Effekt anfragen.


Antrags-Prozess Schritt für Schritt (KfW 159)

Wer sich für den KfW-Pfad entscheidet - und damit § 35a für diese Installation bewusst ausschließt - geht den folgenden Weg:

  1. Angebot vom Fachbetrieb einholen - RC2-konform für Mechanik, VdS-Klassifikation für Elektronik. Fachbetriebe in Ihrer Stadt finden Sie über die Anbieter-Liste auf alarmanlagen24.net (612 VdS-zertifizierte Errichter bundesweit).
  2. Vorab-Vergleich KfW vs § 35a rechnen - Tageszinsen bei der KfW und beim eigenen Marktzins-Vergleich anfragen, persönlichen Steuersatz einbeziehen. Die Entscheidung KfW vs § 35a hängt von diesen aktuellen Zahlen ab und nicht von pauschalen Faustregeln; im Zweifel kurz mit dem Steuerberater rechnen lassen.
  3. Hausbank kontaktieren - Sparkasse, Volksbank oder andere Geschäftsbank als Finanzierungspartner. KfW-Anträge laufen nicht direkt bei der KfW.
  4. Kreditantrag stellen - vor Auftragsvergabe - die KfW akzeptiert keine nachträglichen Anträge.
  5. KfW-Bewilligung abwarten - typische Bearbeitungszeit 2 – 6 Wochen
  6. Auftrag erteilen, Maßnahme durchführen - Fachbetrieb-Pflicht beachten
  7. Bescheinigung des Fachbetriebs anfordern - KfW-konformes Formular

§ 35a wird in diesem Workflow nicht für die Installation selbst geltend gemacht. Sie bleibt aber für spätere separate Maßnahmen (Wartungsvertrag, Erweiterung im Folgejahr, Reparatur) jedes Jahr in voller Höhe nutzbar - pro Jahr und Haushalt bis 1.200 € Steuerermäßigung.

Wer den § 35a-Pfad wählt (Eigenfinanzierung statt KfW): Schritte 3 – 5 entfallen. Stattdessen Rechnung und Überweisungsbeleg aufheben und den Handwerker-Anteil in der Einkommensteuererklärung ansetzen.

Für Mieter in beiden Pfaden zusätzlich: vor Schritt 1 die schriftliche Vermieter-Zustimmung nach § 554 BGB einholen.


Quellen und weiterführende Informationen

Vertiefende Ratgeber dieses Verzeichnisses: Einbruchstatistik 2025/2026 - die offiziellen PKS-Zahlen · Alarmanlage Altbau nachrüsten - Pilzkopf, Panzerriegel, Funk · Kostenrechner - was eine Alarmanlage für Ihr Objekt kostet · Alarmanlage in der Mietwohnung - was § 554 BGB erlaubt.

Datenstand: 16. Mai 2026. KfW-Merkblatt 159 Stand 10/2023. § 35a und § 35c EStG geprüft gegen gesetze-im-internet.de am 16.05.2026. § 554 BGB in Kraft seit 01.12.2020 (WEMoG). Zinssätze und Bundesland-Programm-Konditionen ändern sich kurzfristig - vor Antragstellung tagesaktuell prüfen.

FAQ

Häufige Fragen

Wird eine Alarmanlage von der KfW gefördert?

Ja, über das KfW-Programm 159 „Altersgerecht Umbauen - Kredit". Es fördert Einbruchschutz-Investitionen mit einem zinsverbilligten Darlehen von bis zu 50.000 € pro Wohneinheit - dieses Limit teilen sich Barrierereduzierung und Einbruchschutz, also nicht jeweils 50.000 €. Antragsberechtigt sind nach KfW-Merkblatt 159 Eigentümer (selbstnutzend oder vermietend) sowie Mieter mit schriftlicher Vermieter-Zustimmung. Das frühere Programm 455-E (Investitionszuschuss Einbruchschutz) wurde im Oktober 2022 eingestellt und ist 2026 nicht reaktiviert. Aussagen wie „KfW 455-E mit 20 % bis 1.500 € Zuschuss" beziehen sich auf den Stand bis 2022 und gelten nicht mehr. KfW 455-B existiert weiter, fördert aber nur Barrierereduzierung, nicht Einbruchschutz.

Wer ist für KfW 159 antragsberechtigt?

Antragsberechtigt nach dem KfW-Merkblatt 159 sind Eigentümer (selbstnutzend oder vermietend), Mieter mit schriftlicher Vermieter-Zustimmung sowie WEGs, Wohnungsbaugesellschaften und kommunale Unternehmen. Die häufige Verkürzung auf "nur Eigentümer-Selbstnutzer" ist falsch - auch vermietende Eigentümer und Mieter mit Vermieter-Zustimmung haben Zugriff. Antrag läuft über einen Finanzierungspartner (Hausbank, Sparkasse), nicht direkt bei der KfW. Wichtig: der Antrag muss VOR Beauftragung der Maßnahme gestellt sein - nachträglich gibt es keine Förderung.

Was wird über KfW 159 konkret gefördert?

Förderfähig nach KfW-Merkblatt 159 sind: einbruchhemmende Haus-, Wohnungs- und Nebeneingangstüren (RC2 oder besser), Nachrüstsysteme für vorhandene Türen (Zusatzschlösser, Querriegel), einbruchhemmende Fenster und Fenstertüren (RC2 oder besser), Nachrüstsysteme für Fenster (Pilzkopfzapfen, Aufschraubsicherungen), einbruchhemmende Gitter, Rollläden, Klappläden, Lichtschachtabdeckungen sowie Einbruchs- und Überfallmeldeanlagen inklusive Sensoren - also Bewegungsmelder, Tür- und Fensterkontakte, Glasbruchmelder. Auch Smart-Home-Lösungen mit Einbruchalarm-Funktion und Videoüberwachung am Gebäudeaußenbereich werden anerkannt. Wichtig - eine häufige Verwechslung: Infrarot-Bewegungsmelder (PIR) sind förderfähig, Infraschall-Druckwellen-Sensoren nicht. Eigenleistung scheidet aus - nur Fachbetriebs-Installation ist anerkennungsfähig. Antragsberechtigt sind Eigentümer (selbstnutzend oder vermietend) und Mieter mit schriftlicher Vermieter-Zustimmung.

Was ist § 35a EStG und wie hilft er bei Alarmanlagen?

§ 35a Abs. 3 EStG gewährt eine Steuerermäßigung von 20 % auf die Arbeits-, Fahrt-, Maschinen- und Verbrauchsmittelkosten von Handwerkerleistungen - maximal 1.200 € Steuerermäßigung pro Jahr und Haushalt. Materialkosten und Geräte zählen nicht. Voraussetzung sind eine ordentliche Rechnung und eine Überweisung - Barzahlung schließt § 35a aus. Für die Alarmanlagen-Montage ist § 35a über die Verwaltungspraxis der Finanzämter anwendbar. Häufige Falschangabe im Netz: für Einbruchschutz gilt § 35a EStG, nicht der Paragraph für energetische Sanierungsmaßnahmen - letzterer fördert ausschließlich Dämmung, Heizung und U-Wert-konforme Fenster im energetischen Sinne, nicht Einbruchschutz.

Kann ich KfW 159 und § 35a EStG kombinieren?

Nein - KfW 159 und § 35a schließen sich pro Maßnahme aus. § 35a Abs. 3 Satz 2 EStG lautet: "Dies gilt nicht für öffentlich geförderte Maßnahmen, für die zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse in Anspruch genommen werden." Der KfW-Kredit 159 ist genau ein solches zinsverbilligtes Darlehen - antragsberechtigt sind nach KfW-Merkblatt 159 Eigentümer (selbstnutzend oder vermietend) sowie Mieter mit schriftlicher Vermieter-Zustimmung. Die Finanzämter erkennen keine Aufteilung in "KfW-finanzierten Teilbetrag" und "Eigenmittel-Teilbetrag" derselben Installation an - eine über KfW 159 finanzierte Alarmanlage ist vollständig § 35a-ausgeschlossen, auch der aus Eigenmitteln gezahlte Anteil derselben Rechnung. Welche Variante im Einzelfall günstiger ist, hängt vom Maßnahme-Umfang, dem tagesaktuellen KfW-Zinssatz, dem persönlichen Grenzsteuersatz und dem Liquiditätsbedarf ab - beide Wege durch Hausbank und Steuerberater rechnen lassen. § 35a bleibt unabhängig für separate Folgemaßnahmen (Wartung, Erweiterung, Reparatur) nutzbar - pro Jahr und Haushalt bis 1.200 € Steuerermäßigung.