Welche Alarmanlage empfiehlt die Polizei? - Ratgeber 2026
Welche Alarmanlage empfiehlt die Polizei?
Die Polizei gibt über ihre Beratungsstellen (z.B. K-EINBRUCH-Programm) konkrete Empfehlungen zu Alarmanlagen und Einbruchschutz. Dieser Ratgeber fasst die wichtigsten Punkte zusammen.
Grundprinzip: Mechanisch vor elektronisch
Die Polizei betont ausdrücklich: Mechanische Sicherungen bilden die Basis. Ein stabiles Türschloss (DIN 18252, Sicherheitsklasse B), einbruchhemmende Fenster (RC2) und sichere Querriegelschlösser halten Einbrecher länger auf als jede Alarmanlage allein.
Eine Alarmanlage schlägt Alarm, wenn ein Einbruch beginnt - aber der Täter kann in dieser Zeit bereits ins Innere gelangen. Mechanische Sicherungen verhindern das Eindringen.
VdS-zertifizierte Alarmanlagen
Das wichtigste Qualitätsmerkmal ist die VdS-Zertifizierung. VdS (Vertrauen und Sicherheit GmbH) ist eine unabhängige Prüfinstitution, die Alarmanlagen auf ihre Wirksamkeit testet.
VdS unterscheidet drei Klassen:
Klasse A: Grundschutz für einfache Risikoobjekte
Klasse B: Erhöhter Schutz für normale Wohngebäude (empfohlen)
Klasse C: Höchstschutz für besonders gefährdete Objekte
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus empfiehlt die Polizei mindestens VdS-Klasse B.
Aufschaltung auf Notrufleitzentrale
Eine Alarmanlage ohne Aufschaltung auf eine Notrufleitzentrale ist wie ein Wachhund ohne Leine: Er bellt, aber niemand kommt. Die Polizei empfiehlt ausdrücklich, die Anlage auf eine VdS-anerkannte Notrufleitzentrale aufzuschalten.
BHE-zertifizierte Fachbetriebe
Der Bundesverband Sicherheitstechnik (BHE) ist der Branchenverband für Sicherheitsunternehmen. BHE-Mitglieder verpflichten sich zu Qualitätsstandards. Die Polizei empfiehlt die Auswahl eines BHE-Mitglieds als Installationsbetrieb.
Fazit
Die Polizei empfiehlt: VdS-zertifizierte Alarmanlage (Klasse B), installiert von einem BHE-Mitglied, aufgeschaltet auf eine anerkannte Notrufleitzentrale - in Kombination mit mechanischen Sicherungsmaßnahmen.
Warnzeichen vor dem Einbruch: Die Polizei rät, schon im Vorfeld wachsam zu sein. Späher markieren Ziele teils mit geheimen Symbolen an Haus, Tür oder Briefkasten - wer die Gaunerzinken-Symbole & ihre Bedeutung kennt, erkennt erhöhtes Risiko frühzeitig.
FAQ
Häufige Fragen
Welche Alarmanlage empfiehlt die Polizei?
Die polizeiliche Kriminalprävention der Länder (zentrale Stelle: ProPK / K-EINBRUCH) empfiehlt VdS-anerkannte Einbruchmeldeanlagen nach DIN EN 50131 in Klasse A (Privatobjekte) oder Klasse B (gehobener Bedarf). Das Grundprinzip lautet "mechanisch vor elektronisch" - gute Türen (RC2/RC3), Pilzkopfverriegelungen an Fenstern und Querriegelschlösser halten Einbrecher konkret auf, eine Alarmanlage ergänzt diesen Schutz, ersetzt ihn aber nicht. Eine Alarmanlage allein, ohne mechanische Basis-Sicherung, ist nach Polizei-Auffassung kaum wirksam. Konkrete Hersteller-Empfehlungen gibt die Polizei nicht - sie verweist auf die VdS-Anerkennung als unabhängiges Qualitätsmerkmal.
Was ist das K-EINBRUCH-Programm?
K-EINBRUCH ist die bundesweite Präventionskampagne der polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Sie bündelt kostenlose Beratungsangebote, Informations-Material und einen verifizierten Errichter-Pool. Über die zentrale Website k-einbruch.de finden Eigentümer und Mieter die nächstgelegene Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle - dort gibt es eine kostenlose Vor-Ort-Beratung, eine objektbezogene Sicherungs-Empfehlung und die Liste der regional aktiven, polizei-empfohlenen Errichter. Die Beratung ist kostenfrei, hersteller-neutral und ohne Verkaufsdruck. Empfehlung: vor jedem größeren Sicherungs-Projekt zuerst die polizeiliche Beratung in Anspruch nehmen und auf dieser Basis Angebote der lokalen Fachbetriebe einholen.
Wo bekomme ich kostenlose Polizei-Beratung zum Einbruchschutz?
In jeder Stadt und in jedem Landkreis gibt es eine Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle (KPB), die kostenlose Einbruchschutz-Beratung anbietet - direkt vor Ort am Objekt. Die Beratung deckt die Bestandsaufnahme der Schwachstellen, die objektbezogene Sicherungs-Empfehlung mit konkreten Komponenten-Vorschlägen und die Liste der regional empfohlenen Errichter ab. Die zentrale Anlaufstelle ist die bundesweite Plattform k-einbruch.de mit Adress-Suche nach Postleitzahl. Termine sind häufig innerhalb von zwei bis vier Wochen möglich. Empfehlung: vor dem Einholen von Errichter-Angeboten zuerst die KPB-Beratung absolvieren, weil die polizeiliche Empfehlung als Grundlage für die folgenden Fachbetriebs-Angebote dient.