Kurz gesagt
Einbruchschutz in Frankfurt am Main folgt dem bewährten Grundsatz der Polizeilichen Kriminalprävention: mechanische Sicherung nach DIN EN 1627 (RC2 oder höher) kombiniert mit einer elektronischen Einbruchmeldeanlage. Die Gesamtkosten für ein Einfamilienhaus liegen zwischen 4.000 und 10.500 Euro, für Stadtvillen im Westend oder Dornbusch zwischen 10.000 und 25.000 Euro. Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle in der Adickesallee berät Bürgerinnen und Bürger kostenfrei und herstellerneutral.
Hessen verzeichnete 2024 nach PKS Hessen eine moderat steigende Entwicklung bei Wohnungseinbruchsdiebstählen. Frankfurt als Metropole zählt rund 2.800 erfasste Fälle. Schwerpunkte lagen in Teilen von Bockenheim, Rödelheim, Höchst, Nied und dem Frankfurter Osten. Die Einbruchsmuster folgen dem bundesweiten Trend: Über 75 Prozent der Angriffe erfolgen über Fenster und Fenstertüren im Erdgeschoss; die Werkzeug-Angriffszeit bei ungesicherten Objekten beträgt drei bis fünf Minuten.
Mechanischer Einbruchschutz ist nach polizeilicher Empfehlung die wirksamste Einzelmaßnahme. Pilzkopfverriegelungen, die in mehrere Punkte am Rahmen greifen, machen das Aufhebeln nahezu unmöglich. Für den Frankfurter Fensterbestand — meist gründerzeitliche Holz- und Kastenfenster in Nordend und Westend, Aluminium- und Kunststofffenster aus den 1970er bis 1990er Jahren in Reihenhaussiedlungen Heddernheims, Praunheims und Seckbachs — gibt es fachgerechte Nachrüst-Lösungen. Kosten pro Fenster: 300 bis 600 Euro für Nachrüstung; 1.500 bis 3.500 Euro für kompletten Austausch auf RC2-Niveau.
Türen sind der zweite kritische Punkt. Wohnungstüren in Frankfurter Altbauten (Nordend, Bornheim, Sachsenhausen) entsprechen häufig nicht den heutigen Sicherheitsstandards. Die Nachrüstung umfasst einen VdS-A-Profilzylinder mit Bohr- und Ziehschutz (90 bis 180 Euro), einen Sicherheitsbeschlag nach DIN 18257 (180 bis 320 Euro) und optional ein Querriegelschloss nach DIN 18251 (350 bis 650 Euro). Für Haustüren im EFH ist der Austausch durch eine RC2- oder RC3-zertifizierte Tür (2.500 bis 6.500 Euro inklusive Einbau) meist die wirtschaftlichste und sicherste Lösung.
Eine Frankfurter Besonderheit sind denkmalgeschützte Altbauten im Nordend, Westend und Teilen des Ostends. Bei Jugendstilfassaden, historischen Holzfenstern und klassizistischen Türen müssen Nachrüst-Maßnahmen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Frankfurt abgestimmt werden. Reversible Innen-Lösungen wie Querriegel, abschließbare Griffe und Zusatzschlösser sind dort Standard; äußerlich sichtbare Änderungen bedürfen einer Denkmalschutzgenehmigung. Erfahrene Frankfurter Fachbetriebe kennen die lokalen Verfahren und koordinieren auf Wunsch die Anträge.
In Villenlagen wie Dornbusch, Alt-Ginnheim oder Sachsenhausen-Süd kommen oft zusätzliche Maßnahmen dazu: Perimetersicherung mit Bewegungsmeldern und Kameras rund um das Grundstück, Panzerglas-Einsätze in besonders einbruchsanfälligen Erdgeschossfenstern, Tresore nach EN 1143-1 für Schmuck und Dokumente, spezielle Sicherungen für Weinkeller und Kunstsammlungen. Die Planung solcher Objekte erfolgt in Abstimmung zwischen Architekt, Versicherungsmakler, VdS-Errichter und Polizeiberater. Die Gesamtinvestition kann bei 25.000 bis 70.000 Euro liegen; die Amortisation erfolgt über Versicherungsprämienrabatte und den Schutzgewinn.
Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle beim Polizeipräsidium Frankfurt in der Adickesallee ist die zentrale Anlaufstelle für Bürger. Die Berater erstellen mit Ihnen ein individuelles Schutzkonzept, das die Mechanik-Nachrüstung, Sensorpositionen und die passende VdS-Klasse umfasst. Die Beratung ist kostenlos, herstellerneutral und kann vor Ort im Objekt oder in der Beratungsstelle stattfinden. Terminvereinbarung telefonisch oder per E-Mail; Wartezeit aktuell zwei bis sechs Wochen.
Finanzierung: KfW-Zuschuss 455-E seit Oktober 2022 ausgesetzt. Weiterhin verfügbar ist der KfW-Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“ mit Einbruchschutz-Integration bis 50.000 Euro für Eigentümer-Selbstnutzer. Die WIBank Hessen bietet ergänzende Förderprogramme für energetische Sanierung, in die Sicherheitsausstattung integriert werden kann. Das Amt für Wohnungswesen der Stadt Frankfurt berät zu punktuellen Zuschüssen für einkommensschwächere Haushalte.
Für ein typisches Frankfurter Einfamilienhaus in Heddernheim, Praunheim oder Bergen-Enkheim mit sechs Fenstern, zwei Außentüren und Kellerfenstern liegen die Mechanik-Kosten bei etwa 5.200 Euro, ergänzt um eine VdS-A-Alarmanlage für 2.800 bis 4.000 Euro. Bei einer Stadtvilla im Westend sind Mechanik-Kosten von 12.000 bis 22.000 Euro realistisch, ergänzt um eine VdS-B-Anlage für 8.000 bis 14.000 Euro. Die Sanierung dauert je nach Objektgröße eine bis fünf Wochen.